Interview mit Josef Gilgenreiner

26 Jun 2017
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von Linda Schumacher

Vielbeschäftigt und engagiert

Josef Gilgenreiner
Josef Gilgenreiner und Linda Schumacher

Der Kontrabassist Josef Gilgenreiner ist ein vielbeschäftigter Mann. Eigentlich hat er heute frei, aber er möchte nach Luzern fahren, um sich dort das Abschlusskonzert einer Praktikantin anzuhören. So bleibt nur wenig Zeit für ein Interview mit ihm. Glücklicherweise befindet sich mein Büro in seinem Haus. Da geht wenigstens keine Zeit für den Weg verloren. Josef Gilgenreiner hat nebst der Verpflichtung als Musiklehrer und als Kontrabassist beim Musikkollegium Winterthur diverse andere Engagements. Eines dieser Engagements zieht ihn in seine alte Heimat zurück – nach Oberammergau. Das Passionstheater Oberammergau führt den Fliegenden Holländer von Richard Wagner auf. Mitspielen wird Josef Gilgenreiner nicht. Als Coach ist er aber für die Kontrabassisten zuständig und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Die Frage, ob er denn mit den Schülern des Meisterkurses die Oper besuchen werde, verneint er. Die einzige Aufführung in dieser Woche findet nämlich an dem Freitag statt, an dem die Kursteilnehmer selbst ihr Abschlusskonzert haben.

Wenn Josef Gilgenreiner nicht gerade am Kontrabass spielen ist, so hört er gerne Musik, spielt Fussball oder macht es sich irgendwo mit einer Lektüre bequem. Falls er während des Meisterkurses einmal Zeit für sich hat, so wird er sich in den Garten setzen und ein Buch lesen. Die Zeit sei aber rar, sagt er. Meistens habe man kaum Zeit, anderen Beschäftigungen nachzugehen. Das Zusammensitzen während des Meisterkurses kommt aber trotzdem nicht zu kurz. Auf die Frage, welches Erlebnis ihm spontan in den Sinn komme, wenn er an die letztjährigen Meisterkurse zurückdenke, so ist es nicht wie vermutet, ein musikalisches Highlight, sondern etwas ganz Anderes.

Lustiges Konzerterlebnis

Als Musiker hat Josef Gilgenreiner so einiges erlebt. Spontan kommt ihm ein lustiges Konzerterlebnis in den Sinn, als er selbst noch Schüler war. Daraus gelernt hat er, dass man immer alles klar abmachen soll und zum Gelingen eines Konzertes eine gute Vorbereitung das A und O ist. Dies möchte er auch seinen Schülern vermitteln.

Nervosität vor dem Konzert

Auch erfahrene Musiker können Lampenfieber haben. Josef Gilgenreiner würde von sich aber nicht behaupten, dass er an Lampenfieber leide. Er bezeichnet dies als normale Nervosität vor einem Konzert, welche er jedes Mal versucht, in Spielenergie umzusetzen. Dies rät er seinen Schülern ebenfalls. Dabei müsse man aber aufpassen, dass man vor lauter Energie nicht über das Ziel hinausschiesse. Bevor Josef sich auf den Weg macht, um das Abschlusskonzert seiner Praktikantin zu besuchen, die wahrscheinlich ebenfalls nervös sein wird oder sogar unter Lampenfieber leidet, hat er noch einen Tipp bereit:

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