Die Leiden einer Blogartikelschreiberin

03 Apr 2017
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von Linda Schumacher
Blog scheiben - kann zu Kopfzerbrechen führen
Blog scheiben - kann zu Kopfzerbrechen führen

Schreib doch mal schnell einen Blogartikel. Tönt ja voll einfach, denkt man sich. Ist es aber nicht. Erstes Problem: finde ein spannendes Thema. Es ist ja nicht so, dass mein Arbeitstag langweilig wäre. Ganz im Gegenteil! Aber interessiert es euch, dass ich heute die Homepage bearbeitet, Pressemitteilungen geschrieben, oder Etiketten ausgedruckt habe? Wohl eher nicht. Wenn dann doch mal etwas aussergewöhnlich Tolles und Mitteilungswürdiges geschieht, tritt Problem Nummer zwei auf: wie schreibe ich, damit es auch jemand liest? Sofort kommt mir meine Deutschlehrerin aus dem Gymnasium in den Sinn. «Nicht zu lange Sätze». «Nicht zu kurze Sätze». «Ein Satz ohne Verb ist kein Satz». Und schon kann man gar nicht mehr kreativ denken. Sogleich kommt auch Problem Nummer drei ins Spiel: benutze eine kreative Sprache! Eine kreative Sprache kenne ich nicht. Ich kann vielleicht ab und zu einen schweizerdeutschen Ausdruck «inebringe», aber dann versteht mich ja keiner mehr. Ab und an würde ich gerne ein Schimpfwort benutzen, aber das sollte man tendenziell auch eher unterlassen. Also bleibe ich bei meiner langweiligen Aufsatzsprache, die ich damals in der Schule gelernt hatte.
Es gibt da noch ein viertes Problem: SCHNELL einen Blogartikel schreiben. Das geht leider auch nicht, jedenfalls bei mir nicht. Vielleicht fehlt einfach die passende Schreibatmosphäre dazu. Wobei ich mich ganz und gar nicht beklagen kann. Man hört (jedenfalls im Sommer) das friedliche Vogelgezwitscher und hat eine prächtige Aussicht in den benachbarten Wald. Was will man mehr? Vielleicht noch den passenden Raumduft? Eventuell Zitrusgeschmack, um das Gehirn auf Touren zu bringen. Oder Lavendelduft, weil es einfach so gut riecht. Vielleicht sollte ich auch einfach meine Schreibzeiten ändern. Vor dem Zubettgehen bei Kerzenschein (Duftkerze, versteht sich!) einen Blogartikel zu schreiben, habe ich noch nie versucht. Tönt aber toll. Vielleicht lest ihr im nächsten Artikel dann darüber, wie es sich anfühlt, bei Kerzenschein im Bett einen Blogartikel zu schreiben.

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